Leberkrebs Behandlung

Leberkrebs Behandlung Therapie

 

Die drei Hauptsäulen der Behandlung sind:

  • die Chirurgie,
  • die Bestrahlung und
  • die systemische Therapie (einschließlich der zielgerichteten Therapie)

Welche Behandlung und Therapieform gewählt wird, hängt von der Art des Tumors, dem Tumorstadium und dem allgemeinen Gesundheitszustand eines Patienten ab.

Chirurgische Verfahren

Es gibt prinzipiell zwei Verfahren, zum einen die operative Entfernung (Resektion) des bösartigen Lebergewebes und zum anderen die Lebertransplantation, bei der die Leber komplett entfernt wird und durch eine so genannte Spenderleber ersetzt wird. Die Resektion ist die Therapie der Wahl bei Karzinomen in einer nicht-zirrhotischen Leber. Oft gelingt es, den Tumor vollständig zu entfernen. Die Resektion ist dann am erfolgreichsten, wenn der Tumor noch relativ klein ist (unter 5 cm).

Die Resektion ist keine Option, wenn eine schwere Leberzirrhose vorliegt, selbst dann nicht, wenn der Tumor klein ist. Die Resektion eines Leberzell-Karzinoms in einer Zirrhose ist nur indiziert, wenn das Karzinom und nicht die Leberzirrhose selbst prognosebestimmend ist.

Auch für Patienten mit größeren Tumoren oder Karzinomen, die über die Leber hinausreichen, ist die Resektion keine Option. Dies gilt zudem für Patienten in einem sehr schlechten Allgemeinzustand, etwa, weil noch andere schwere Erkrankungen bestehen.

Nebenwirkungen der Resektion sind Schmerzen, Schwäche, Müdigkeit und das zeitweise Versagen der Leberfunktion.

Lebertransplantation

Leberkrebs Chirurgische Behandlung


Unter mehreren Gesichtspunkten stellt die Transplantation die optimale Therapie dar, da außer dem Tumor auch die zugrundeliegende Leberzirrhose beseitigt wird. Darüber hinaus wird durch die Transplantation die Entstehung von weiteren Tumoren in der Leberzirrhose verhindert.

Die Lebertransplantation ist nur möglich, wenn der Krebs auf die Leber beschränkt ist. Außerdem müssen passende Organspender gefunden werden und bestimmte Kriterien erfüllt sein.

Nach der Transplantation müssen die Patienten, um die Abstoßung des gespendeten Organs zu verhindern, lebenslang Medikamente einnehmen, die ihre körpereigene Abwehr schwächen (so genannte Immunsuppressiva). Eine Folge davon ist eine große Anfälligkeit für Infektionen.

Perkutane Verfahren

Die Therapie erfolgt durch die Injektion chemischer Substanzen wie Alkohol (PEI = perkutane Ethanolinjektion) oder Essigsäure oder mit einer Sonde, die durch die Haut (perkutan) in den Tumor gelenkt wird. Über diese Sonde wird dann mittels Radiofrequenz (RFA, Radiofrequenzablation), Mikrowelle oder Laser oder Kälte das Tumorgewebe zerstört. Die perkutanen regionalen Therapieverfahren sind heilende (kurative)

Behandlungsmöglichkeiten für kleine Tumoren mit einer begrenzten Zahl von Tumorherden. Alkoholinjektion (PEI) und Radiofrequenzablation (RFA) haben sich bei maximal 3 Tumorherden, die je einem maximalen Durchmesser von 3 cm besitzen, bewährt.

Transarterielle Chemoembolisation (TACE)

Leberkrebs Lokoregionale Optionen


Leberzell-Karzinome werden meist gut durchblutet, überwiegend durch Äste der großen Leberarterie (Arteria hepatica).

Dies ist die Grundlage für regionale, intraarterielle Therapieverfahren. Die transarterielle Chemoembolisation (TACE) wird häufig zur Therapie großer Karzinome eingesetzt, die weder chirurgisch entfernt noch mit RFA oder PEI behandelt werden können.

TACE ist ein minimal-invasives Verfahren, bei dem Blutgefäße gezielt mit kleinen Partikeln verstopft (embolisiert) werden und so die Blut- und Sauerstoffversorgung des Tumorgewebes unterbunden wird. Zudem werden Krebsmedikamente direkt in das Krebsgewebe appliziert.

Der Haupteffekt der TACE liegt wahrscheinlich in der Gefäßokklusion (Gefäßverschluss) begründet, die Wahl des Chemotherapeutikums (Doxorubicin, Epirubicin, Cisplatin oder Mitomycin) und des Okklusionsmaterials sind für den Therapieerfolg weniger entscheidend.

Eine alleinige Therapie mit der TACE führt meist nicht zu einer Heilung, verlängert aber die Lebenserwartung unter Wiederholung der Therapie in festen Intervallen. Das Verfahren hat zunehmende Bedeutung als so genannte Überbrückungstherapie (bridging) für Patienten, die eine Spenderleber erhalten sollen.

Bei der TACE wird nach Punktion der Leistenarterie (Arteria femoralis) ein spezieller Katheter über die Bauchschlagader (Aorta) in den Abgang des Gefäßes platziert, das die Leber mit arteriellem, also sauerstoffreichem Blut versorgt. Über den ersten Katheter wird dann ein neuer Katheter in die Leberarterie oder deren Hauptäste vorgeschoben – und zwar so nah wie möglich an das Tumorgewebe.

Für die Wahl der Substanzen zur Embolisation gibt es noch keine allgemein akzeptierten Standards. Mit einer TACE wird in der Regel kein dauerhafter Gefäßverschluss erreicht, so dass die Methode mehrfach angewendet wird.

Strahlentherapie

Die externe Strahlentherapie (die Röntgenstrahlen kommen von außerhalb des Körpers) wird beim Leberkrebs eher selten angewendet. In manchen spezialisierten Kliniken wird eine selektive interne Strahlentherapie angewendet, bei der die Strahlen zum Beispiel von radioaktiven Mikrokügelchen ausgehen, die in die Arterien des Tumors gespritzt werden.

Systemische Therapie

Bei der systemischen Therapie werden Medikamente verwendet, die zu einer Zerstörung der Krebszellen führen. Diese Zellgifte können systemisch gegeben werden oder regional. Bei der systemischen Gabe wird das Medikament in eine Vene gespritzt und verteilt sich so über das Blutgefäßsystem im gesamten Körper, so dass Krebszellen in- und außerhalb der Leber zerstört werden können. Bei der regionalen Chemotherapie werden die Medikamente von einer kleinen Pumpe, die in den Körper implantiert wird, direkt in die Blutgefäße gespritzt, die die Krebszellen mit Blut und Sauerstoff ernähren. Häufige Nebenwirkungen der systemischen Chemotherapie sind Erbrechen, Übelkeit, Appetitverlust, Durchfall, Müdigkeit, Haarverlust usw. Diese Nebenwirkungen verschwinden in der Regel, sobald die Therapie beendet worden ist.

Die systemische Chemotherapie ist jedoch keine optimale Option für Patienten mit Leberzell-Karzinom, da diese bösartigen Tumoren nicht gut auf chemotherapeutische Medikamente ansprechen und die Patienten aufgrund der Leberzirrhose eine systemische Chemotherapie oft schlecht vertragen.

Eine interessante Option sind hingegen die neuen, besser verträglichen zielgerichteten Krebstherapien. Die primären Therapieziele mit diesem neuen Ansatz sind:

  • jene Zeit zu verlängern, in der der Krebs nicht voranschreitet und
  • die gesamte Lebenszeit zu verlängern – und zwar bei guter Lebensqualität

Zielgerichtete Leberkrebs Therapie

Leberkrebs Zielgerichtete Therapie


Zielgerichtete Arzneistoffe (Target-Medikamente) greifen in verschiedene Signalwege des Tumorstoffwechsels ein und wirken deshalb gezielt gegen bösartiges Gewebe. Für die Behandlung von Darmkrebs, Brustkrebs und Lungenkrebs stehen seit mehreren Jahren Medikamente zur Verfügung, die gezielt Wachstumssignale und Wachstumsfaktoren hemmen. Seit 2007 sind zielgerichtete Arzneimittel auch für die (systemische) Behandlung von Leberkrebs zugelassen.

Komplementärmaßnahmen

Wenn Sie neben Ihrer individuellen Therapie auf der Suche nach „anderen“ Methoden sind, dann sprechen Sie mit Ihrem Arzt. Ein aufgeschlossener Arzt wird durchaus dafür Verständnis haben, wenn Sie ergänzend zur Schulmedizin komplementäre Methoden anwenden wollen, etwa Mistelpräparate und andere Pflanzeninhaltsstoffe, Enzyme, Vitamine, Antioxidantien, Spurenelemente und Methoden der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) – um nur einige zu nennen. Wichtig dabei ist, dass Sie dies mit Ihrem behandelnden Arzt besprechen, nicht zuletzt deswegen, weil im Einzelfall Unverträglichkeiten mit anderen Medikamenten auftreten können. Bedenken Sie aber, dass diese Komplementärmedizin niemals Ersatz für Ihre schulmedizinische Therapie sein kann.

Naturheilverfahren gebrauchen als Heilreize Naturfaktoren wie Wärme und Kälte, Licht und Luft, Wasser und Erde, Bewegung und Ruhe, Ernährung und Nahrungsenthaltung, Heilpflanzen und heilsame seelische Einflüsse.Die in der Naturheilkunde angewandten Methoden haben bei Krebspatienten einen hohen Stellenwert, da sie zur körperlichen und seelischen Stabilisierung beitragen können. All diese ergänzenden Therapien haben das Ziel, das Wohlbefinden und damit die Lebensqualität zu verbessern bzw. Nebenwirkungen von Chemo- und Strahlentherapie zu vermindern. Keine dieser (Natur)Heilverfahren kann jedoch die Krebserkrankung heilen.

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